Veranstalter

„Auditive Medienkulturen. Methoden einer interdisziplinären Klangwissenschaft“ war eine Veranstaltung der medienwissenschaftlichen Professur für Theorie und Praxis multimedialer Systeme der Universität Siegen (Prof. Dr. Jens Schröter und Axel Volmar). Das Symposium wurde von der VolkswagenStiftung gefördert.

Eine Publikation zum Thema ist für 2012 geplant. Folgen Sie uns auch auf twitter und facebook, wenn Sie über Neuigkeiten informiert werden möchten.

Inhaltliche Ausrichtung des Symposiums:

Das Interesse an der Auseinandersetzung mit Klangphänomenen hat im Bereich der Kulturwissenschaften stark zugenommen. Die Frage nach der kulturellen Bedeutung von gestalteten und kommunizierten Klängen scheint aber noch weitgehend offen zu sein. Ebenso unklar ist, warum sich bislang noch keine der ,Bildwissenschaft‘ vergleichbare ,Klangwissenschaft‘ entwickelt hat und welche Gegenstände eine solche zu behandeln hätte.

Wie lässt sich diese „Verspätung“ erklären? Liegt es daran, dass wir – wie oft behauptet wird – schlicht in einer von visuellen Darstellungen dominierten Kultur leben oder geht möglicherweise gerade diese Einschätzung auf die prekäre Rolle zurück, die die Geisteswissenschaften dem auditiven Sinnesbereich und seinen Erscheinungen stets zugewiesen haben? Um diese Frage zu klären, problematisieren die Vorträge des ersten Teilbereichs zunächst den Status des Auditiven im historischen und aktuellen Diskurs verschiedener geisteswissenschaftlicher Disziplinen. Gleichzeitig werden Möglichkeiten und Chancen einer interdisziplinär ausgerichteten ,Klangwissenschaft‘ diskutiert.

Die mediatisierte Klangwelt, die uns umgibt, prägt nicht nur maßgeblich das persönliche Lebensgefühl, sondern der Umgang mit Klangobjekten bestimmt und verändert auch die Ordnungen und das Selbstverständnis kultureller Praxis. Wodurch aber zeichnen sich auditive Medienkulturen aus und wie lassen sie sich untersuchen? Begreift man diese als ein komplexes Zusammenwirken soziokultureller, medientechnischer, epistemischer und ästhetischer Kontexte, die historisch gewachsen und kontingent sind, liegt es nahe, die wissenschaftliche Aufmerksamkeit vom Klang und dem Hören im Allgemeinen auf konkrete sozio-technische Konstellationen, Netzwerke und Praxen zu lenken, aus denen historische wie gegenwärtige auditive Medienkulturen emergieren. Im zweiten Teilbereich des Symposiums werden daher verschiedene methodische Ansätze zur Analyse von Klangkulturen vorgestellt und auf eine Reihe von Fallbeispielen angewendet.